Für einen Versuch, Nordlichter zu fotografieren, brauchen Sie keine Profikamera. Manche Handys mit einem Modus für wenig Licht können Nordlichter in Rovaniemi aufnehmen. Entscheidend sind die richtigen Einstellungen und einige Gewohnheiten, die aus einem verschwommenen grünen Fleck ein Foto machen, das Sie gern behalten. Dieser Guide führt Sie Schritt für Schritt durch Aufnahmen mit iPhone und Android.
Kann man Nordlichter wirklich mit dem Handy fotografieren?
Ja. Seit dem Nachtmodus des iPhone 11 von 2019 und Googles ungefähr zur selben Zeit eingeführtem Night Sight können Smartphones bei fast völliger Dunkelheit lange belichten. Genau das braucht man für Nordlichter. Die meisten Handys der letzten fünf Jahre, auch Android-Geräte der Mittelklasse, haben eine ähnliche Funktion. Die Schärfe einer spiegellosen Kamera auf einem Stativ mit manueller Belichtung von 15 Sekunden erreichen Sie nicht unbedingt. Gute Fotos sind aber durchaus möglich, oft so gut, dass andere eine richtige Kamera vermuten.
Was Sie vor dem Weg nach draußen brauchen
- Ein Handy aus den letzten 5–6 Jahren (iPhone 11 oder neuer, Pixel 4 oder neuer oder ein aktuelles Samsung Galaxy)
- Ein kleines Stativ oder eine andere flache, stabile Unterlage wie Fensterbank, Zaunpfosten oder Schneewall
- Einen vollen Akku und möglichst eine Powerbank: Bei winterlichen Temperaturen in Lappland entladen sich Handys schnell
- Dünne Handschuhe, mit denen Sie den Touchscreen bedienen können, damit die Finger nicht ungeschützt in der Kälte sind
- Einen dunklen Ort ohne direktes Licht: Verandaleuchten, Scheinwerfer und Straßenlaternen beeinträchtigen das Foto
Die besten Handy-Einstellungen für Nordlichter
Am wichtigsten sind Belichtungszeit und ein ruhig liegendes Handy. Alles Weitere sind kleinere Anpassungen.
iPhone: Nachtmodus Schritt für Schritt
- Stellen Sie das iPhone auf ein Stativ oder legen Sie es auf eine völlig ruhige Fläche. Bei langer Belichtung verwackeln Aufnahmen aus der Hand.
- Öffnen Sie die Kamera-App und richten Sie sie auf den Himmel. Bei wenig Licht erscheint das gelbe Mondsymbol des Nachtmodus automatisch.
- Tippen Sie auf das Nachtmodus-Symbol und ziehen Sie den Regler für die längste verfügbare Belichtung ganz nach rechts (meist 10–30 Sekunden).
- Schalten Sie den Blitz aus, verwenden Sie das Hauptobjektiv mit 1-facher Vergrößerung und vermeiden Sie digitalen Zoom. Zoomen verringert Lichtausbeute und Schärfe.
- Tippen Sie auf den Auslöser und halten Sie das Handy bis zum Ende der Belichtung ganz still. Ein Countdown zeigt die verbleibende Aufnahmezeit.
- Sind die Nordlichter sehr hell und bewegen sich schnell, verkürzen Sie die Belichtung auf 1–3 Sekunden. So erfassen Sie ihre Form und Bewegung statt eines verschwommenen Leuchtens.
Android: Einstellungen für Night Sight und Expert RAW
- Öffnen Sie beim Google Pixel die Kamera-App und wählen Sie Night Sight in der Modusleiste. Bei neueren Pixel-Modellen können Sie den Astrofotografie-Modus nutzen, falls er automatisch erscheint.
- Wechseln Sie beim Samsung Galaxy für manuelle ISO- und Verschlusszeiteinstellungen in Pro oder Expert RAW.
- Wählen Sie einen niedrigen ISO-Wert (100–800) gegen Bildrauschen und, sofern manuelle Einstellungen verfügbar sind, eine Verschlusszeit von 5–15 Sekunden.
- Legen Sie das Handy auf ein Stativ oder eine stabile Unterlage. Wie beim iPhone darf es sich nicht bewegen.
- Deaktivieren Sie Blitz sowie Beauty- und HDR-Filter, die die Nordlichtfarben abflachen könnten.
Schritt für Schritt: Nordlichter mit dem Handy aufnehmen
- Prüfen Sie vor dem Aufbruch eine Nordlichtvorhersage per App oder Website, um den möglichen Aktivitätszeitraum einzuschätzen.
- Entfernen Sie sich von direkten Lichtquellen. Je dunkler die Umgebung, desto mehr Details nimmt das Handy auf.
- Stellen Sie Stativ oder Unterlage auf und wählen Sie den Bildausschnitt. Eine Baumreihe, Hütte oder der Horizont geben dem Foto einen Maßstab.
- Aktivieren Sie Nachtmodus oder Night Sight und verwenden Sie die oben beschriebenen Einstellungen.
- Machen Sie ein Testfoto, prüfen Sie es und verlängern oder verkürzen Sie die Belichtung je nach Helligkeit.
- Fotografieren Sie mehrmals hintereinander. Nordlichter verändern ihre Form in Sekunden, und mehr Aufnahmen geben Ihnen mehr Auswahl.
Wo kann man bei Rovaniemi Nordlichter fotografieren?
Lichtverschmutzung erschwert Nordlichtfotos besonders stark. Deshalb ist der Standort ebenso wichtig wie die Kameraeinstellung. Invisible Forest Lodge liegt im arktischen Wald, nur etwa zehn Autominuten vom Zentrum Rovaniemis entfernt und weit genug von Straßenlaternen für einen dunklen Himmel. Gäste unserer Aurora-Hut-Iglus können vom Bett aus durch das Glasdach fotografieren oder für freie Sicht auf die private Terrasse gehen. Falls Sie noch zwischen Unterkunftsarten wählen, zeigt unser Guide „Glasiglu oder Aurora Hut in Rovaniemi“, welche Variante für Nordlichtfotos während Ihres Aufenthalts besser passt.
Auch der Zeitpunkt zählt. Lesen Sie, wann die Nordlichtsaison in Rovaniemi beginnt, und nutzen Sie unseren Monatsguide für Rovaniemi, um Ihre Reise für möglichst dunkle, klare Nächte zu planen.
7 Fehler, die Nordlichtfotos mit dem Handy verderben
Blitz verwenden: Er beleuchtet nur den Schnee wenige Meter vor Ihnen und verdirbt die Aufnahme.
Bei langer Belichtung aus der Hand fotografieren: Schon kleine Bewegungen verwischen das ganze Bild.
Digital zoomen: Das verringert Lichtausbeute und Schärfe. Schneiden Sie das Foto besser später zu.
Durch ein geschlossenes Fenster fotografieren: Spiegelungen und Kondenswasser verwischen die Nordlichtfarben.
Wenn ein kaltes Handy ohne langsames Aufwärmen in einen warmen, feuchten Raum gebracht wird, kann sich Kondenswasser bilden
Helle, schnell bewegte Nordlichter überbelichten: Sie werden zu einem flachen grünen Leuchten ohne Form.
Die Vorhersage nicht prüfen: Bei dichter Bewölkung oder geringer Aktivität kann der Ausflug vergeblich sein.
Kostenlose Apps zur Nordlichtvorhersage
My Aurora Forecast: aktuelle Nordlichtaktivität und Push-Mitteilungen
Aurora Alerts: standortbezogene Meldungen bei steigender Aktivität in der Nähe
NOAA Space Weather Prediction Center: offizielle US-Quelle für Sonnenaktivität und Kp-Index
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich ein Stativ für Nordlichtfotos mit dem Handy?
Nicht unbedingt, aber das Handy muss stabil liegen. Mit einem Stativ gelingen gleichmäßige Ergebnisse am zuverlässigsten. Für lange Belichtung eignen sich auch Fensterbank, Geländer oder Schneewall.
Können Android-Handys Nordlichter genauso gut fotografieren wie iPhones?
Ja. Night Sight beim Google Pixel sowie Pro oder Expert RAW bei Samsung unterstützen die für Nordlichtfotos nötigen langen Belichtungszeiten. Die Bedienung unterscheidet sich vom Nachtmodus des iPhone. Entscheidend bleibt ein ruhiges Handy mit langer Verschlusszeit.
Warum sieht meine Handykamera Nordlichter, die ich mit bloßem Auge nicht sehe?
Ein Kamerasensor sammelt Licht über mehrere Sekunden; Ihre Augen verarbeiten Licht unmittelbar. Schwache Nordlichter erscheinen dem Auge vielleicht nur als blassgrauer oder weißlicher Streifen. Bei 10–30 Sekunden Belichtung erfasst das Handy genug Licht, um Grün, Violett und Rosa deutlicher zu zeigen.
Welche Belichtungszeit eignet sich für Nordlichtfotos mit dem Handy?
Beginnen Sie bei gewöhnlicher Aktivität mit etwa 10 Sekunden. Für schwache, langsam bewegte Nordlichter können es bis zu 30 Sekunden sein. Bei hellen, schnell bewegten Nordlichtern sind 1–3 Sekunden besser, damit Form und Details sichtbar bleiben.
Entlädt das Fotografieren von Nordlichtern den Handy-Akku schneller?
Ja. Schon Kälte verkürzt die Akkulaufzeit deutlich, und lange Belichtungen im Nachtmodus brauchen mehr Energie als normale Fotos. Bewahren Sie das Handy zwischen den Aufnahmen in einer Innentasche auf. Für mehr als eine Stunde Fotografieren sollten Sie eine Powerbank mitnehmen.
Möchten Sie Nordlichter selbst erleben?
Auch die besten Kameraeinstellungen helfen wenig, wenn der Himmel am Standort nicht dunkel genug ist. Unsere Aurora-Hut-Iglus liegen direkt unter dem Nordhimmel, nur etwa zehn Autominuten von Rovaniemi entfernt.
